Montag, 18. September 2017

Ein Interview vor der Fernsehpremiere

Die ARD zeigte am vergangenen Mittwoch die Filmkomödie Falsche Siebziger. Das Thema ist nicht neu. Von vertuschten Todesfällen zum Zweck weiterlaufender Rentenzahlungen hat man schon öfter gehört. In der BR-Produktion erwischt es gleich drei Senioren. Und das noch im gleichen bayerischen Weiler, wo sowieso jeder jeden kennt.

Eine der Protagonisten dieser Irrungen und Wirrungen mit dem Ziel, an je mehr Geld zu kommen, ist auch Iris. Sie erfährt nach dem Tod ihrer Mutter von deren Testament zugunsten einer Stiftung. Der Kampf um das entschwindende Vermögen beginnt und mündet in so manche Situationskomik.

Kathrin von Steinburg und
Gerhard Wittmann in
Falsche Siebziger
Iris wird von Kathrin von Steinburg gespielt. Die 1977 in München geborene und auch dort lebende Schauspielerin hat dem DONAUKURIER aus Ingolstadt ein ausführliches Interview gegeben, das im SONNTAGSGESPRÄCH vom 9./10. September veröffentlicht wurde. Zu ihrer Rolle in Falsche Siebziger hat die Interviewerin Verena Doyé der Schauspielerin mit Studien an der Schauspielschule Neighborhood Playhouse in New York und an der Filmakademie Baden-Württemberg keine einzige Frage gestellt, wie man das situationsbedingt erwarten konnte.

Nein, es ging vorwiegend um die Person und Schauspielerin Kathrin von Steinburg, aber nicht um ihre letzte Rolle. Und zur Person gehört auch die Abstammung. Die ist Siebenbürgen. Kathrin von Steinburgs Eltern sind Ende der 1960er Jahre nach Deutschland ausgewandert. Sie gehörten also zu den ersten Deutschen, die nach dem Krieg Rumänien in Richtung Bundesrepublik verließen. Und „auf jeden Fall haben sie ihre Heimat vermisst“. Verlustgefühle beinhalten immer auch eine Dosis Schmerz, nicht nur schwärmerische Nostalgie. Von diesem tief sitzenden Gefühl ist auch etwas auf die Tochter übergegangen, doch nicht als Schmerz, sondern als Neugierde, einem gewissen Bedürfnis nach Spurensuche.

Kathrin von Steinburg hat also einen der in letzter Zeit bis zum Überdruss bemühten Migrationshintergründe. Und der sieht in ihren eigenen Worten so aus. „Bayern ist meine Heimat, hier bin ich zu Hause. Meine Wurzeln sind in Siebenbürgen. Ich war 2007 mit einer Freundin dort – davor nur als Kleinkind – und ich habe mich dort sofort sehr wohl gefühlt. Endlich habe ich mal die Orte gesehen, von denen meine Eltern erzählt haben, wo sie geheiratet haben, zur Schule gegangen sind, wo sie gelebt haben. Das war sehr schön.“ Gefragt nach einem Erlebnis, das sich ihr auf dieser Reise nach Siebenbürgen „besonders eingeprägt hat“, antwortete die erfolgreiche Schauspielerin: „Als ich an der Gedenktafel meines verschollenen Großvaters auf dem Friedhof war. Dort hinzugehen, und mich von denen zu verabschieden, von denen ich so viel gehört habe, das hat mich sehr berührt. Das andere war, als ich mit meiner Freundin durch die Straßen gegangen bin, und wir bayerischen Dreigesang gesungen haben.“

So sieht Erinnerungskultur in einem befriedeten und vereinten Europa aus. Auch wenn Iris ihre Mama aus ganz anderen Beweggründen noch ein Weilchen im Diesseits halten wollte.
Anton Potche

Montag, 11. September 2017

Kein General, aber ein Oberst als Namensgeber

Ein sehr bekannter und viel gespielter Marsch trägt den Namen Castaldo. Sein Komponist hieß Rudolf Novácek (1868 – 1929). Der gebürtige Tscheche konnte aufgrund seiner langjährigen Abwesenheit aus der Heimat nur gebrochen Tschechisch, was ihn irgendwann um die Stelle eines Musikreferenten in der tschechischen Armee bringen sollte. Dafür ist er aber in der Habsburgermonarchie ganz schön herumgekommen. In Wien war er Student bei Josef Hellmesberger jun. (Violine); er studierte auch in Budapest, wurde Militärmusiker und Dirigent in Pilsen, dirigierte in Prag, betätigte sich in Temeswar und Bukarest als Musikpädagoge und bereiste als Dirigent Bulgarien, Russland, Holland und Deutschland. Und er komponierte.

Hier hat einer aber tief in die Geschichtstruhe gegriffen, dachte ich mir unlängst, als ich diesen Marsch wieder hörte. Der kaiserliche General Giovani Battista Castaldo war eine politische und militärische Persönlichkeit, die beim Untergang der christlichen und zu Beginn der ottomanischen Herrschaft im Banat zugegen war, ohne den Machtwechsel allerdings verhindern zu können.

30 Jahre nach dem Fall Belgrads in die Hände der Türken wollte Sultan Süleyman I. auch das Banat mit seinen Festungen unter seine Herrschaft bringen. Das wiederum gefiel dem Habsburger Ferdinand I. überhaupt nicht. Schließlich und endlich schielte auch er nach den Königskronen von Böhmen, Kroatien und Ungarn und nicht zuletzt nach dem Fürstentum Siebenbürgen. Also schickte er schon mal 7000 Söldner unter General Giovani Battista Castaldo (1493 – 1563) ins Fürstentum. Die kamen am 4. Juni 1551 dort an. Und ab da führte der italienische General eine rege Korrespondenz, wofür Historiker ihm heute noch dankbar sind. Und Komponisten – dachte ich. Denn wem konnte ein österreichischer Militärmarsch, komponiert von einem im Banat lebenden österreichischen Militärkapellmeister schon gewidmet sein, wenn nicht einem Habsburg treuen General?

Weit gefehlt! In Temeswar war Rudolf Novácek kein Militärmusiker mehr. (Der Musikwissenschaftler Franz Metz hat einen ausführlichen Essay über seinen Werdegang geschrieben.) Militärkapellmeister war er nur in Pilsen und Prag. In der tschechischen Hauptstadt leitete er die Militärkapelle des Infanterieregiments Nr. 28, das unter dem Befehl von Oberst Ludwig Castaldo (1839 – 1910) stand. Dieser Offizier war der Namensgeber des Castaldo-Marsches. Wie auch immer, der Bezug zum Banat bleibt bestehen, denn Rudolf Novácek ist zwar in Prag gestorben, seine sterblichen Überreste wurden aber in Temeswar zur ewigen Ruhe gebettet.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob der Castaldo-Marsch auch in Jahrmarkt mit seinen vielen Blaskapellen gespielt wurde. Möglich wäre es, denn Franz Metz schreibt in seinem Essay: „Einen guten Kontakt unterhielt Novácek zu dem Kapellmeister des k.u.k. Infanterieregiments Nr. 61 Jan Gottwald. Das Regiment lag seit 1911 in Temeswar und dessen Musik wurde 1916 zur Garnisonsmusik Temeswar.“ Bei dieser Regimentskapelle spielten vier Musikanten aus Jahrmarkt, unter ihnen auch einer, der später Kapellmeister in Jahrmarkt, Sackelhausen und dem Temeswarer Textilunternehmen ITT werden sollte: Martin Loris. Seine Jahrmarkter Kollegen in der Regimentskapelle waren Georg Braunecker, Michael Krämer und Franz Lambert, vermerkt Pfarrer Franz Demele in seinem Buch Temesgyarmat während der Kriegszeit 1914 – 1918.  Wenn man berücksichtigt, dass der Castaldo-Marsch schon 1890 entstand, ist es bestimmt nicht abwegig, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass der Marsch auch in Jahrmarkter „Marschbichelcher“, wie es im  Dorfdialekt hieß, vorhanden war. Diese Möglichkeit besteht natürlich auch für die Blaskapellen anderer Dörfer des Banats.

In einer Liste mit 102 Infanterieregimentsmärschen (nach Reinhard Wieser) wird der Castaldo-Marsch als Regimentsmarsch des in Innsbruck stationierten Infanterieregiments Viktor Emanuel III. König von Italien vormals k.u.k. Infanterieregiment Nr.28 (Prag)  angeführt.

Anton Potche

Montag, 4. September 2017

Die Schwowe tanze – I

Schau, die Schwowe, wie se trille,
Merr moont jo grad, sie wollte flieje.
Die breiche norr e bissje Musik,
Un schun sin se froh un lustich.

Wie sellt’s aah annerscht sein?
Do vergesse se ehre Kreiz,
E jeder speert, er is net verloss:
Schau, noch net all sin se fort.


[Wiseschdia, 1982]
Berns Toni


Donnerstag, 31. August 2017

August 2017 – Giarmata in den Medien

Dürreperiode
aus BanatulMeu.ro, Timişoara / Temeswar; 01.08.2017
Besonders die Ortschaften nördlich von Temeswar sind von einer sich anbahnenden Dürreperiode betroffen. Giarmata gehört auch dazu. Der Wasserlieferant Aquatim fordert die Bevölkerung auf, so sparsam wie nur möglich mit den Wasservorräten umzugehen. Der Druck in den Wasserleitungen wird sich spürbar verringern, warnt das Unternehmen. „Zum Begießen der Gärten ist es ratsam, auf alternative Ressoursen umzusteigen, wie Pumpbrunnen oder Regenwasserspeicher.
+ + + In Giarmata gab es in vielen Häusern der Deutschen große Regenwasserbassins in den Höfen, die das Regenwasser von den Hausdächern sammelte. Sie  waren in die Erde einbetoniert und müssten auch heute noch existieren. + + +

Warnung vor afrikanischer Schweinepest
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 07.08.2017
Ein ausführliches Informationsmaterial weist auf die Gefahr der afrikanischen Schweinepest hin. Angesprochen werden besonders die privaten Züchter von Schweinen. Ein ausführlicher Verhaltenskatalog für die Schweinehalter soll die Tiere im Dorf schützen.
+ + + Angesteckte Tiere verenden in der Regel. Also ist auch mit dieser Schweinepest nicht zu spielen. + + +

Neue Fabrik startet die Produktion
aus InfoGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 07.08.2017
Im Herbst wird der kanadische Autozulieferer Litens Automotive Eastern Europe SRL in seinem neuen Werk in Giarmata die Produktion aufnehmen. Gefertigt werden Rollen für Übersetzungsriemen. Man wird mit einer Belegschaft von 30 Mitarbeitern starten, die dann auf 250 ansteigen soll. Kunden von Litens sind VW und General Motors.

Gemeinderatssitzung mit Sportthemen
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 08.08.2017
Das ist schon die dritte Sitzung, in der die Gemeinderäte über die finanzielle Unterstützung der Giarmataer Sportvereine entscheiden sollen. Diesmal kommt sogar noch ein fünfter Ausgabeposten hinzu: ein Geldbeitrag für die Motorsportveranstaltung Rally-Kart Giarmata-Pișchia.
+ + + Wenn man sich schon für die vier Giarmataer Sportveeine so schwer tut, wie soll das dann bei einem Beitrag für den Motorsport klappen? + + +

Indiskutabel!
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 09.08.2017
In der ersten Runde des Rumänienpokals ist Millenium Giarmata mit 0:6 bei Șoimii Lipova ausgeschieden. Die Giarmataer haben mit folgender Mannschaft gespielt: Robert MikloşFlorin Olariu, Mihălceanu, Stupu, Ştefănescu, Codrea, Brănişteanu (Min. 46, Leucă), Grunţă, Stoica, Pricop (Min. 46, Domşa), Anagor.
+ + + Șoimii Lipova ist heuer in die dritte Liga aufgestiegen.  + + +

Weiterbildungsmaßnahmen für Rathausangestellte
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 17.08.2017
Es ist in Rumänien guter Brauch, dass der Staat seine Angestellten weiterbilden lässt. Besonders im Sommer – in 3 & 4 Sterne-Hotels mit Vollpension. Der Kreis Timiș / Temesch hat heuer 150.000 Euro für diese Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Wie man aus einer veröffentlichten Tabelle sehen kann, haben auch Giarmataer Angestellte profitiert. Die beliebtesten Tagungsstätten liegen am Schwarzen Meer, aber auch in Kurorten wie z. B. Bad Felix. Für die Giarmataer Funktionäre wurde über folgende Reiseanbieter gebucht:
FaxMedia Tour – 3.450 Lei, Hotel Majestic, Mamaia, im Zeitraum 6.-13. August
Inspire Travel – 2.522 Lei, Hotel Orizont
Inspire Travel – 2.743 Lei, Hotel Alpin
Inspire Travel – 4.110 Lei, ohne weitere Angaben
Inspire Travel – 2.091 Lei, ohne weitere Angaben
Inspire Travel – 2.550 Lei, ohne weitere Angaben
Harrison Consulting & Management – 4.471,56 Lei, Hotel Gociman, Mamaia
+ + + Warum nicht? Wenn ich denke, wo überallhin deutsche Firmen ihre Angestellten zu Weiterbildungsmaßnahmen schicken … Ob die dann allerdings auch gleich Frau und ein Kind - wie in Rumänien - mitnehmen dürfen …? +++

Die 5. Liga hat den Spielbetrieb aufgenommen
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 19.08.2017
- Liga V Timiș – Serie II – 1. Spieltag
Camaro Fibiș - Millenium II Giarmata   2:3
Utvin - Unirea Cerneteaz  2:1
Tabelle: 4  Millenium II Giarmata  3
              12  Unirea Cerneteaz  0

Ob das gut geht?
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 24.08.2017
 C4 (Liga III – Serie IV)
Mit dieser Mannschaft will Millenium Giarmata auch heuer den Klassenerhalt anstreben: Robert Miklos  (Jahrgang 1999), Florin Olariu und Mihai Olariu  (Zwillinge des Jahrgangs 1995), Darius Buzdugan (1994), Ovidiu Ștefănescu (1998), Mădălin Grunță (1997), Dorin Codrea (1997), Radu Domșa  (1994), Sebastian Stoica (1998), Alin Pricop (1999), Joseph Anagor (1992), Bogdan Aștelean  (2002), Andrei Rus (2000), Denis Tudorache  (2000), Sebastian Botz (1997), Daniel Grigoriu (2003), Laurențiu Copoeru (1999), Andrei Brănișteanu (1998), Mircea Stupu (1997) und der in diesem Sommer verpflichtete Veteran Adrian Bungău (1982).
+ + + Eine sehr junge und unerfahrene Truppe. Trotzdem: Hai Giarmata! In den zwei letzten Meisterschaften haben die Giarmataer immer knapp den Abstieg verhindern können. In der Mundart der Altjahrmarkter hieß es „Was zwatt, dritt sich!“. Also müssten die Burschen es auch diesmal schaffen – wenn der Geist der andersnationalen Altvorderen noch durch die Straßen des Dorfes weht, zumindest ab und zu.  + + +

Millenium bleibt Millenium
aus TimișPlus.ro, Timişoara / Temeswar, 24.08.2017
Die angestrebte Umstrukturierung des Vereins aus einer ONG (Nichtregierungsorganisation) in einen Klub des öffentlichen Rechts, der zum Rathaus gehören soll, findet heuer nicht mehr statt. Das sagte Trainer Răzvan Leucă dieser Internetplatform. Also bleibt auch der Name des Vereins der alte.
+ + + Ich finde diesen Namen, Millenium Giarmata,  schön, er strahlt so ein bisschen in die Ewigkeit. + + +

Der erste Punkt ist eingefahren
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 25.08.2017
 C4 (Liga III – Serie IV) – 1. Spieltag
CS Millenium Giarmata – CS Gloria Lunca Teuz Cermei 2:2 (1:0)
Torschützen: Anagor (17) und Ghighilicea (87) für Millenium sowie Ianc (71) und Sulea (76) für die Gäste
Aufstellung CS Millenium: Robert MiklosFlorin Olariu , Mircea Stupu  – Robert Covăsală , Ovidiu Ștefănescu, Adrian Bungău, Radu Domșa, Dorin Codrea, Sebastian Stoica, Claudiu Ghighilicea, Anagor.
Tabellenplatz: 4  CS Millenium Giarmata  1
+ + + 15 Mannschaften treten heuer in dieser Gruppe der dritten rumänischen Fußballliga an. Millenium ist die dienstälteste Mannschaft aus dem Kreis Timiș / Temesch  in dieser Liga – seit 2009. Bravo băieți! + + +

18 Tagesodnungspunkte in der Gemeinderatssitzung
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 25.08.2017
Für den 31. August wird der Gemeinderat zu einer ordentlichen Sitzung einberufen. Alle 18 Tagesordnungspunkte behandeln Eigentumsprobleme von Grundstücken. Wegen der bestimmt nicht einfachen Materie ruft Bürgermeister Virgil Bunescu die Mitglieder des Rates auf, sich vorher in die Materie einzulesen.
+ + + Das müsste für einen Gemeinderat eigentlich selbstverständlich sein. Ist es aber beileibe nicht. Und das nicht nur in Giarmata. Wenn ich Stadtratssitzungen in Ingolstadt verfolge, habe ich oft den Eindruck, dass da so mancher Stadtrat nicht im Thema ist – aber sich unbedingt reden hören will. + + +

Ein neuer Kindergarten
aus RenaștereaBănățeană.ro, Timişoara / Temeswar, 27.08.2017
500 Häuser sollen einmal im Giarmataer Frühlingsviertel (Cartierul Primăverii) von meist jungen Menschen bewohnt werden. Da passt natürlich ein neuer Kindergarten hin. Er soll mit EU-Geldern gefördert werden. Zu gleicher Zeit soll der Kindergarten in Cerneteaz vergrößert werden, damit er doppelt so viele Kinder aufnehmen kann. Im neuen Giarmataer Kindergarten – die Ausschreibungen werden bald veröffentlicht werden – sollen 120 Kinder ganztags betreut werden. Man will bei dem Bau europäische Maßstäbe ansetzen.
+ + + Des spillt sich alles hinner de Neigässer Gärter ab, wu ich als klooner Bu noch Kolibas aus Strohbalotts gebaut hun. Un jetzt soll des alles ohne mich passeere. Is des denn meeglich? + + +

Pendler nach Temeswar stellen eine Wirtschaftskraft dar
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 29.08.2017
Laut einer Studie der Weltbank „kann Temeswar sich auf 234.847 Personen stützen, die ein Pendlerstatut“ haben. 45,9 Prozent dieses Personenkreises arbeitet versicherungspflichtig, der Rest sind Arbeitslose (2,3 Prozent), Rentner, Schüler und Studenten. Der Großteil dieses Personenkreises kommt aus den umliegenden Gemeinden von Temeswar: Dumbrăvița, Giroc, Ghiroda, Moșnița Nouă, Sânmihaiu Român oder Giarmata. 46 Prozent aller in Temeswar arbeitenden Pendler sind in der Autozulieferindustrie beschäftigt.

Heiratsaufgebote im Rathaus von Giarmata im August 2017
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt
1.) Țumașu Narcis-Cristean, 31 Jahre alt, aus Seligenstadt, Deutschland Cernahovschi Ariana-Bianca, 18 Jahre alt, aus Avrig, Kreis Sibiu (31.07.2017)
2.) Mocan Dumitru, 67 Jahre alt, aus Timișoara, Kreis Timiș Cristea Leontina , 60 Jahre alt, aus Giarmata, Kreis Timiș (02.08.2017)
3.) Iacome Ioan-Daniel, 34 Jahre alt, aus Giarmata, Kreis Timiș Prutean Veronica-Mihaela, 38 Jahre alt, aus Cerneteaz, Kreis Timiș (02.08.2017)
4.) Scăvulete Marian, 48 Jahre alt, aus Cerneteaz, Kreis Timiș Polacec Ileana, 45 Jahre alt, aus Cerneteaz, Kreis Timiș (09.08.2017)
5.) Petraru Cătălin-Ioan, 26 Jahre alt, aus Giarmata, Kreis Timiș Giulvezan Diana-Gezara, 24 Jahre alt, aus Giarmata-Vii, Kreis Timiș (16.08.2017)
6.) Linul Emanoil, 32 Jahre alt, aus Băcăinți, Kreis Alba Vălean Cristina, 22 Jahre alt, aus Cerneteaz, Kreis Timiș (17.08.2017)
7.) Gorcea Aurel, 29 Jahre alt, aus Cerneteaz, Kreis Timiș Iricuic (oder Iriciuc) Irina, 21 Jahre alt, aus Dumbrăveni, Kreis Suceava (22.08.2017)

Mit der Geschichte ist das immer so eine Sache
aus FOAIA de GIARMATA, Timişoara / Temeswar; August 2017
- Drei Tage lang wird auch heuer in Giarmata Ruga gefeiert: 8., 9. und 10. September. Los geht es mit den zahlreichen Veranstaltungen am Freitagnachmittag um 18:00 Uhr im „alten Park“. Rusalin Hoarcă, der Kulturheimdirektor, hofft in einem Interview auf schönes Wetter. Andernfalls müssten alle geplanten Aktivitäten ins Kulturheim verlegt werden. Erwartet werden neben den einheimischen Kulturgruppen auch viele Gäste, einige von weither. Aurel Tamaș und Laura Lavric reisen zum Beispiel aus dem fernen Iași / Jassy an, „von wo die wahre Folklore kommt“. Und dann sagt der Kulturmanager noch folgenden interessanten Satz: „Jeder ist stolz mit der Region aus der er kommt, aber in Giarmata gehören wir alle zusammen und bilden einen Kern, besonders weil bei uns in der Gemeinde mehrere Moldowener sesshaft sind, schon Jahre, seit der Ansiedlung.“
+ + + Tja, so ännre sich die Zeide un mit de Zeide aah die Geschichte. Ich hun immer gemoont, dass die eerschte Deitsche, die wu ins Dorf kumm sin, dort e paar serwische Familier vorfunn hun. Noh’m Rusalin Hoarcă seiner These misste die Serwe asso Moldowener geween sin odder moldowenische Serwe. Odder ware vleicht die eerschte deitsche Siedler Moldowener odder moldowenische Deitsche. Odder ... Mensch, ich werr jo schun ganz dorchnanner. Soll des vleicht mit meim Alter ...? + + +
- Eine Woche „Schule anders“ sollen alle Schulen des Landes in der Zeit vom 2. Oktober 2017 bis zum 31. Mai 2018 einplanen. Der Unterricht soll in dieser Woche mit praktischen Aktivitäten ersetzt werden.
+ + + Das gab es doch schon in der Lichtära des Genosse Ceaușescu. Auf „Remorkas“ wurden wir in die Weingärten des Staasgutes gebracht, um bei der Traubenlese zu helfen. Das waren noch Zeiten! + + +
- Die Verwaltung im Rathaus und der Gemeinderat wünschen allen Neuvermählten in Giarmata und Cerneteaz „ein Haus aus Stein“ und ein langes Leben. 
+ + + Dem kann man sich nur anschließen. + + +

Mittwoch, 23. August 2017

Der Pianist auf dem Donausteg

Sie kamen wieder mal zu Hunderten: die Ingolstädter. Und sie pilgerten vom Donausteg stromaufwärts, überquerten die Adenauer-Brücke und kehrten stromabwärts wieder zum Donausteg zurück. Und das an einem lauen Sommerabend. Nur über den Steg konnten sie nicht, denn dort saß jemand an einem weißen Klavier und spielte.

Sein Spiel wurde durch Lautsprecher verstärkt, so dass über der Donau eine Klangwolke schwebte. Viele ließen sich im Gras, direkt am Wasser nieder, andere hatten sich Strandstühle mitgebracht, eine Gruppe wollte sogar ihren geliebten Biertisch nicht missen – wir sind ja immerhin in Bayern – und andere zogen eben die samtene Bewegung bei eher verträumter Musik an der gemütlich dahinfließenden Donau und unter sommerlichem Sternenhimmel vor. Berieselt wurden sie von dem Mann am Klavier mit Stücken von David Lanz, Kevin Kern, Yiruma, Michelle McLaughlin, Giovanni Allevi oder Ludovico Einaudi. 

Michael Schmatloch (li.) und
Stefan Bernhardt am Klavier

Fotos: Anton Potche
Dream Concerts nennt sich diese vom gewesenen Barpianist, Fotograf, Chefredakteur des DONAUKURIER und erfolgreichen Romanautor (Vaticano) Michael Schmatloch initiierte Musikveranstaltung. Protagonist ist immer ein anderer Klavierspieler am gleichen Klavier mit einem jeweils anderen Programmschwerpunkt. Dieses Mal stand das Konzert unter dem Motto Moonlight in Heaven. Und der Mann am Klavier, der Ingolstädter Pianist und Musiklehrer Stefan Bernhard, war diesem Thema voll gewachsen. Sein Spiel wirkte konzentriert (die linke Hand vielleicht etwas zu betont) und kam links und rechts der Donau gut an. Der nach jedem Stück sich über der Donau vereinende Applaus war eine Anerkennung sowohl für das Konzept als auch für die musikalische Darbietung dieses Abends.

Die Pianisten bei den vorherigen Dream Concerts waren Jens Lohse (auf dem Y-Steg am Baggersee, Ingolstadt – Motto: Love and tears) und Gabriel Vlădescu (Donaustraße zwischen Ristorante Basco und DIE EISMACHER, Ingolstadt – Motto: As time goes by). Jojo Christen wird je ein Konzert am 25. August 2017 im Innenhof des Neuen Schlosses, Ingolstadt unter dem Motto Rhapsody in blues 1 und am 16. September 2017 unter dem Motto Rhapsody in blues 2 im Innenhof Turm Triva, Ingolstadt geben. Der Eintritt zu beiden Konzerten kostet 20 Euro. Die bisherigen Konzerte waren kostenlos. Ob auch Rhapsody in blues so viele Besucher anziehen wird?

Anton Potche