Montag, 15. Mai 2017

Seit 24 Jahren „Literarische Nacht“ in Ingolstadt

Seit 24 Jahren gibt es in der Donaustadt die Ingolstädter Literaturtage. Heuer geht das kleine, aber feine Literaturereignis vom 26. April bis zum 17. Mai 2017 über die verschiedenen Bühnen der Stadt. Und wieder geben sich mehr oder weniger bekannte Namen der deutschen Gegenwartsliteratur die Ehre: Feridun Zaimoglu, Denis Scheck, Eva Gritzmann, Dr. Heiner Geissler, Amelie Fried, Akos Doma (aus der Nachbarstadt Eichstädt), Martin Walker, Navid Kermani und Wladimir Kaminer.

Aber auch Literaturmatadore aus der lokalen Szene kommen zu Wort. Da wären zum einen die Redakteure der Lokalredaktion der Tageszeitung DONAUKURIER. Die lesen gut gelaunt aus ihrem Glossenrepertoire. Stadtgeflüster heißt ihre täglich erscheinende Glosse. Die ist meistens witzig und spitzig. Und sie gefällt schon mal dem einen oder anderen Stadtpolitiker nicht, wird aber umso genussvoller von den Zeitungslesern goutiert. Zum anderen kommt die Jugend zu Wort, und das gleich in zwei Wettbewerben: dem Schülerschreibwettbewerb und dem Poetry-Slam-Abend (das ist ja auch nicht mehr als ein Dichterwettstreit).


Fotos: Anton Potche
Tradition hat auch die Literarische Nacht. Hier kommen Autoren aus der Stadt und der Region zu Wort. In Ingolstadt gibt es einen Ingolstädter Autorenkreis, der seit einigen Jahren diese Veranstaltung organisiert und so seinen Mitgliedern einen Publikumsauftritt mehr ermöglicht. Heuer sind es acht Autoren, die aus ihren Werken lesen. Dazu kommen die drei besten Autorinnen des heurigen Schülerschreibwettbewerbs. Ort der Veranstaltung ist auch diesmal die altehrwürdige Harderbastei in der Altstadtmauer, Freitag, 12. Mai 2017, 19:00 Uhr, Eintritt frei. Was will man mehr als Literaturinteressent.


Jens Rohrer
Gelesen wird im Dreierblock. Dazwischen gibt es Musik. Und es geht ganz lustig los. Jens Rohrers Ich-Erzähler begibt sich als EU-Bürger auf die Reise in die Karpaten. Es bleibt kein Klischee aus: bekloppte Zöllner, Rumänien, Schnaps bis zum Umkippen, Bären, Dracula usw. Den Leuten scheint es zu gefallen. Sie lachen.

Isabella Mamikonian
Isabella Mamikonian ist die Jüngste im Kreis der Autoren & Autorinnen. Sie hat den Schreibwettbewerb der Altersgruppe 4. bis. 6. Klasse gewonnen. Und es geht in ihrem Text um eine Traumreise auf eine bezaubernde Insel. Wie sollte es auch anders sein, wo das Thema beim Wettbewerb doch vorgegeben war: Reisen.

Susanna Rasch
Als Nächstes liest Susanna Rasch eine Beziehungsgeschichte mit psychologischem Tiefgang vor. Was kann Karriere aus Menschen machen? Diese Geschichte ist eine mit Todesfolge. Gut dass danach Musik kommt. Gute Musik. Man kann das soeben Gehörte vergessen. Das spricht eigentlich für die Autorin.

Michael von Benkel & Klaus W. Sporer
Die zweite Leserunde wird vom Nestor der Ingolstädter Literaturszene eröffnet: Klaus W. Sporer. Der Musiker (Instrumentalist & Komponist), Maler und Dichter liest aus seinem elften Gedichtband, „der allerdings noch bei einem Verlag liegt“. Wie lang noch, wisse er aber nicht. Wie man das aus anderen Lesungen des Allroundkünstlers schon kennt, tritt er auch hier mit Michael von Benkel auf, der das Vorgelesene mit Gitarrenklängen ergänzt. Klaus W. Sporer liest mit seiner prägnanten, tiefen Stimme Aphorismen und Gedichte. Als Zuhörer kann man die zwei Gattungen nicht voneinander unterscheiden, sind Reime doch auch für Sporer kaum noch ein Lyrikmerkmal.

Fiona Dittrich
Fiona Dittrich ist die Siegerin des Schreibwettbewerbs in der Altersgruppe 7. – 9. Klasse. Sie begibt sich in ihrem Text auf eine Zeitreise. Und die führt in die Zukunft, wie es von einer so jungen Autorin wohl auch zu erwarten ist.

Michael von Benkel
Michael von Benkel ist das treibende Element in der Ingolstädter Literaturszene. Er führt auch in dieser Literarischen Nacht (die eigentlich nur ein etwas längerer Abend ist) umsichtig und zurückhaltend Regie. Aber er liest auch. Seine Protagonisten sind pubertierende Mädchen und Jungen. Lustig. Ja, so waren wir halt alle mal.

Susanne Feiner
Nach einer Pause mit Snacks, Erfrischungen und Bücherkauf geht es erst mal weiter mit Musik. Dann betritt Susanne Feiner die Bühne. Auch sie gehört zu den bekannten Literaten der Stadt. Verschwörungstheorie heißt ihr Lesestück. Wer jetzt allerdings eine Kriminalgeschichte erwartet, wird enttäuscht. Die Autorin philosophiert Rund um den Imperativsatz „Schalten sie ihr Gerät nicht aus!“ Das kennen wir doch alle: Welche verrückten Antagonismen eine solche Aufforderung (ob am Fernseher oder am Computer) hervorrufen kann. Alttag eben. Das wirkliche Leben.

Margherita Ragucci
Margherita Ragucci hat die beste Erzählung der 10- bis 12-Klässler beim Wettbewerb geschrieben und auch vorgelesen. Hier im Lesen liegt auch eine besondere Begabung der Vortragenden. Auch sie liest einen Reisetext, autobiographisch angehaucht. Aber wie sie ihn liest, das ist bemerkenswert. Eine moderatorinreife Aussprache mit dem entsprechenden Timbre dazu. Ein sprachlich wirklich einwandfreier Text. Da darf der Plot schon mal kaum bemerkt ins Hintertreffen geraten.

Gerhard Trautmannsberger
Der folgende Autor liest aus seinem Buch mit Kurzgeschichten. Gerhard Trautmannsberger hat sich für einen Start aus dem Erdendasein entschieden. 10, 9, 8, ... 1 (der Staub der eigenen Frau wird über dem Fluss ausgestreut), 0 (Abheben in die Ewigkeit). Diese Erzählung lebt aus ihrer DDR-Perspektive. Sie hat einen starken metaphorischen Unterbau.

Alexander Bálly
Vorsicht Sex! So wird der Autor mit seinem Text (eigentlich sind es zwei) angekündigt. Man schaut sich unwillkürlich im Raum nach Kindern um. Es sind keine da, wo es ja auch schon gegen 23 Uhr geht. Also kann Alexander Bálly loslegen. Wir sind auf alles gefasst. Und dann angenehm überrascht. Sex ja, aber ohne extravagante Ausreißer in eine tiefrote Milieusprache. Natürlich ist Sex ein Prozess des Werdens, des Entstehens. Und hier kommt er voll zur Geltung, und zwar in einer der (Schul)Biologie entlehnten Sprache. Literatur macht es möglich. Schön. Es gibt viel Applaus.

Dominik Neumayr
Dann betritt der letzte Lokalmatador die Bühne. Mit einem Buch in der Hand. Daraus liest Dominik Neumayr Das Kopftuchmädchen, eine Liebesgeschichte. Ohne Sex. Nur Liebe. Platonisch. Trotz Kopftuch. Zwei Kulturen. Dazwischen ein Kopftuch, das aber (hoffentlich) keine Hürdenfunktion bekommt. Wir erfahren das eigentlich nicht, denn das Ende dieser sich anbahnenden Liebesbeziehung bleibt offen. ... Möge der Leser/Zuhörer doch darüber nachdenken. Die Zeichen der Zeit sind dafür günstig.

v. l.: Paulina Urban, Anna Metko,
Klara Metko
Und somit ist auch diese Literarische Nacht in Ingolstadt vorbei - eine gelungene Veranstaltung mit qualitätsmäßig unterschiedlichen Texten und qualitätsmäßig sehr guter Musik. Pauli and the Komets nennen sich die drei jungen Damen, die sowohl instrumental als auch stimmlich, repertoiremäßig und interpretativ auf höchstem Niveau musizierten. Ihre Lieder strahlen viel Ruhe aus, sie kommen in balladeskem Gewand daher und verströmen Folkatmosphäre. Einstimmig, zweistimmig, dreistimmig, und das in beeindruckender Dynamik einstudiert: wohltuend leise, sich durch Crescendo ins Forte erhebend, ohne dabei störend laut zu werden. Und das alles notenfrei, was zusätzlich für die Musikalität der drei Musikerinnen spricht. Wenn diese Mädels zusammenbleiben, werden sie auch über die Region Ingolstadt hinaus Gehör finden. Natürlich haben sie auch eine Facebookseite.

Warum nicht alle im Programmheft der 24. Ingolstädter Literaturtage angekündigten Autoren zu Wort kamen und dafür andere auftraten, wurde von den Organisatoren nicht bekanntgegeben.
Anton Potche

Montag, 8. Mai 2017

Vergleiche mit der eigenen Empfindsamkeit

Francisca Ricinski: Als käme noch jemand – Lyrische Prosa und Erzählcollagen; POP-Verlag, Ludwigsburg, 2013; ISBN 978-3-86356-074-4; 168 Seiten; € D [15,50], € A [15,90]

Würde mich jemand fragen, welches Buch ich ihm/ihr für den Urlaub empfehlen würde, wäre dieses Buch nicht dabei. Würde mich aber jemand nach einer zum nachdenken provozierenden Lektüre fragen, so hätte ich Als käme noch jemand im Angebot ..., aber nicht als Preisnachlassartikel gedacht, sondern als Hirnschmalzanreger. Also das ist keine literarische Massenware, was Francisca Ricinski hier für den Leser aufbereitet hat.

Das sind persönliche Empfindungen, die zu Vergleichen mit der eigenen Empfindsamkeit führen können und dadurch Ablehnung oder Befürwortung hervorrufen. So etwa der Umgang mit dem Alter. Wehe, wenn man alt wird! Die Wenigsten bleiben besonnen „jenseits der Runzeln“, und wer schafft es schon, ruhig und gelassen über das Ende des Alters zu philosophieren?

Lyrik ist fast immer schwierig. Erst dann lyrische Prosa. Und gar Erzählcollagen, wie die Autorin sie ankündigt. Da hängen Zusammenhänge nicht mehr zusammen. Sätze fließen, ja, stürzen wie ein Bergbach, der immer neue Klippen zu überwinden hat. Und der Leser, der gutgesinnte, müht sich oft ab wie die Forelle. Der gleichgültige oder gar verärgerte blättert weiter. Und das kann sich durchaus lohnen. Überhaupt wenn man noch nicht jedweder Selbstironie abhold ist und nachvollziehen kann, dass auch ein „zahnloses Nachtgrinsen“ das Begehren – das sexuelle meine ich – nicht ausschließt.

„Geschichten, die sich selbst schreiben“, sind ... ja, man muss es wohl sagen: brutal. Franciska Ricinski klammert sie nicht aus, bei allen poetischen, oft auch ins Surreale führenden Gedankenspielen dieses Buches. Und sie sind von schockierender (aber unvermeidlicher) Körperlichkeit geprägt: „alternde Brüste“, „wie oft du die Einlagen am Tag wechselst“, „Schluckauf- und Furztöne“, „Alzheimer-Kranke“, „deine Zähne [...], wo du sie hinlegst“ u.s.w. Danach spürt man sogar dann noch eine Erleichterung, wenn man auf Texte stößt, aus denen man sich nur mit Mühe etwas zusammenreimen kann.

Die Form dieser lyrischen Prosa und Erzählcollagen ist kurz. Da kommt es dann durchaus vor, dass man auch auf eine Poesie des Altwerdens in einer anrührenden Epik trifft und es bereut, dass Kurzprosa eben kurz ist. Sie hat in diesem Fall Nur eine Taste und zwei Knöpfe und kommt in der Form eines die Kinderfantasie anregenden Radios daher. Meine Gedanken flogen beim Lesen sofort zurück in mein banater Dorf  irgendwann in den 1960er Jahren und an die alte Frau in der Nachbarschaft, die nicht begreifen konnte, dass die Menschen auf dem Fernsehbildschirm nicht auch dort oben auf der Fernsehantenne herumspringen. Schließlich hatte man ihr doch gesagt, dass das Geschehen in diesem Kasten durch die Antenne komme.

So wirkt Literatur. Oder so kann Literatur wirken, auch wenn sie sehr ichbezogen und teilweise sogar experimentell daherkommt. (Ich dachte doch, Texte ohne Interpunktion würden längst der Vergangenheit angehören.) Auf jeden Fall ist man immer neugierig, so „als käme noch jemand“. 79-mal kann man diese Neugierde befriedigen. Dann hat man 165 Seiten (inklusive Nachwort und Kurzkritiken – natürlich nur positive) hinter sich und ist zumindest um die Erkenntnis reicher, dass man mit seinen Altersschrullen und sogar –ängsten nicht alleine dasteht.

Wer diese Art meditativer, fabulierender und philosophierender Literatur mag, ist bei Francisca Ricinskis Kurzprosa gut aufgehoben. Ich bleibe ein Fan der erzählenden Literatur, was dann auch in diesem Buch zu dem Bleistiftvermerk unter der Erzählung Buchstaben wie Ameisen führte: „Und dann kommt sie doch noch, die lineare Geschichte, eine Heimkehrergeschichte.“ So wie ich sie eben liebe.
Anton Potche

Mittwoch, 3. Mai 2017

Johrmarker Autowettrennfahrer

Korz vor Ostre (desjohr) hot de Geier Luzi an e paar Leit, meistens Johrmarker, e E-Mail mi’me Text im Onhang verschickt. De Titel is: Der erste Jahrmarkter Auto-Rennfahrer. Un gschrieb hun dee Text de Geier Luzi un de Possler Matz.

Es geht um de Autowettrennsport im Banat. Was selmols in de 1970er Johre vill vleicht gar net mitkriet hun, war, dass aah Johrmarker dee Sport in Rumänien betrieb hun. In dem E-Mail-Onhang kann merr aah Folgendes lese: „Die Banater Zeitungen 'Drapelul roșu' und 'Neue Banater Zeitung' wie auch die Bukarester Tageszeitung 'Neuer Weg' berichteten wiederholt über die Banater Autorennfahrten. An eine sei hier erinnert, denn es war auch für Jahrmarkt ein Ereignis. Bei den Studenten beteiligte sich Johann Gries (Jahrgang 1951) mit seinem Dacia 1100-Pkw an dieser ersten Banater Studentenrallye (Sonntag, 21. April 1974) in der entsprechenden Hubraum-Kategorie mit seinem Kopiloten Dan Rusalin. Sie fuhren für den Sportklub Politehnica Timișoara. // Zu erwähnen ist in Verbindung mit diesem ersten Temescher Rallye-Wettbewerb der Studenten 1974 unter der Schirmherrschaft des Rumänischen Automobil-Clubs (A.C.R.), dass auch ein zweiter erfolgreicher Teilnehmer, Toni Tengler (Jahrgang 1948), mütterlicherseits Jahrmarkter war (Sehl Michael und Marianne, Hauptgasse). Als Besonderheit für die damalige Zeit im Banat ist zu vermerken, dass er als Besatzungspartnerin eine Studentin hatte.“

Wie ich dee intressante Artikel geles hun - hoffentlich werd er aah in're Zeidung odder uf der HOG-Homepage veröffentlicht, weil norr im E-Mail-Postfach vun paar Johrmarker bleibt er wertlos, un des wär doch schad -, is mer ingfall, dass es newrem Gries Hans un em Tengler Toni noch e Wettrennfahrer gebt, der wu aus Johrmark stammt und aah heit noch aktiv in der Sportart is: de Potche Helmut.
Foto: Ferdi Kräling, Motorsport-Bild GmbH

Er is EKS Audi Sport team coordinator. Uf dem Bild, des wu vun desjohr stammt, sieht merr unser Johrmarker Landsmann im Gspräch mi’m Dieter Gass (rechts), der is Head of Audi Sport, asso de Audi-Sportchef. Des is schun mol net verkehrt, was mer awwer noch besser gfall hot, war, was ich wu annerscht geles hun. Uf der Homepage Sporttim.ro hot de Cornel Țiț (1934 – 2014) - des is der Kenner vum rumänische Autowettrennsport schlechthin – mol e Artikel mit dem Titel Ei au fost primii … - Sie waren die Ersten … publizeert. In dem Artikel kann merr aah dee Abschnitt lese: „În anul 1979, din echipa ITA Timiş făcea parte şi pilotul Helmuth Potche, originar din Giarmata, care a imigrat în Germania, angajându-se la concernul Audi, unde a devenit unul dintre cei mai apreciaţi tehnicieni ai instituţiei, fiind promovat în funcţia de director. – Im Jahre 1979 gehörte zur Mannschaft ITA Timiș auch der Fahrer Helmuth Potche aus Jahrmarkt, der nach Deutschland ausgewandert ist und beim Konzern Audi anheuerte, wo er zu einem der geschätztesten Techniker des Unternehmens wurde und zum Direktor befördert wurde.“

Des is ganz scheen ufgetraa, meecht ich soon. Awwer es beweist oonerseits, dass merr im Banat heit noch stolz uf sei ehemaliche Fahrer is un dass de Potche Helmut es annrerseits wirklich weit gebrung hot. EKS Audi Sport is nämlich e relativ neies Projekt vun Audi Sport, in dem wu seit desjohr der berühmt Rennfahrer Mattias Ekström in seim Rallycross-Engagement (seit 2014) vun Audi Sport unnerstitzt werd. Un de Chef vun der Audi-Mannschaft is de Potche Helmut aus der Johrmarker Zigeinergass. (Heit is des die Strada Ardealul.)

Ich moon, wann's an Phingste in Rastatt uf’m Johrmarker HOG-Treffe um de Sport geht, sellt merr de Potche Helmut newrem Gries Hans un em Tengler Toni net vergesse.
Berns Toni

Sonntag, 30. April 2017

April 2017 – Giarmata in den Medien

Heimniederlage
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 01.04.2017
- C4 (Liga III – Serie IV) – 18. Spieltag
CS Millenium Giarmata – ACS Industria Galda de Jos  1:3 (1:1)
Torschützen: Cernea (16), Lupșan (80) und Cioară (85) für die Gäste sowie Anagor (17) für die Gastgeber.
Aufstellung CS Millenium: MiklosMihălceanu (82, Trifu), Todorov, Maghici (75 Soare), CiobănicăDomșa, Nicoară (55, Mihai Olariu) – Stoica (77, Simionov), Ghighilicea, Florin OlariuAnagor.
Tabellenplatz: 12  CS Millenium Giarmata  17
Trainer Răzvan Leucă sagte nach dem Spiel: „Wir haben verloren, aber mit diesem Spiel und dieser Leistung können wir nicht absteigen. Man hat uns zu Saisonbeginn gesagt, dass aus jeder Gruppe zwei Mannschaften direkt absteigen und die Schwächste der Drittletzten aller Gruppen.“
+ + + Und Drittletzte sind die Jungs von Millenium zurzeit. Aber es sind ja noch ein paar Spieltage.  + + +
Qualifiziert
- Handballjuniorinnen der Altersgruppe IV (Jahrgänge 2004, 2005 und kleiner)
In den Sporthallen von Dumbrăvița und Giarmata wurde die Zonenmeisterschaft (Zone 5) mit Mannschaften aus mehreren Kreisen der Westzone Rumäniens ausgetragen. Die Mädchen aus Giarmata waren als Kreismeisterinnen dabei und haben wie folgt gespielt:
CS Leu Giarmata – CSȘ Petroșani 18:11 (9:3)
CS Leu Giarmata – Liceul Teoretic Băile Herculane 21:16 (11:5)
CS Leu Giarmata – LPS Banatul 20:15 (11:10)
Mit diesen Ergebnissen steht CS Leu Giarmata in der nächsten Phase, die auf Landesebene ausgetragen wird.
+ + + Wann die Johrmarker Handballer sich an Phingste in Rastatt treffe, werre se bestimmt stolz uf des sein, was sich aus ehrer Tradition entwickelt hot. Do kann merr norr soon: Glickwunsch forr die Männer und die Mädcher. + + +

Deklassiert
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 08.04.2017
- C4 (Liga III – Serie IV) – 19. Spieltag
CSM Școlar Reșița - CS Millenium Giarmata  4:0 (3:0)
Torschützen: Keita (28), Banac (37), Muselin (42) und Costescu (89)
Aufstellung CS Millenium: MiklosSoare, Artimon, Maghici (46, Florin Olariu), Todorov, Ciobănică, Domșa (75, Mihai Olariu), Codrea, Stoica (46, Pricop), Ghighilicea, Anagor (65, Nicoară).
Tabellenplatz: 12  CS Millenium Giarmata  17
+ + + Es wird verdammt eng. + + +

Auch die Jünsten sind auf Erfolgskurs
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 09.04.2017
- Handballjuniorinnen der Altersgruppe V (Jahrgänge 2006, 2007 und kleiner)
Großes Tournier mit kleinen Mädchen in der Sporthalle Giarmata. Sechs Mannschaften aus dem Kreis Timiș / Temesch waren angetreten. Auch in dieser Altersgruppe waren die Spielerinnen von  CS Leu Giarmata die Besten. Und das war ihr Weg zum Sieg:
CS Leu Giarmata – Diniășanca Diniaș  14:10
CS Leu Giarmata – CS Unirea Sânnicolau Mare  11:2 (6:1)
CS Leu Giarmata – CS HC Cîtu  5:4
+ + + Felicitări! + + +

Gartenabfälle
aus InfoGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 10.04.2017
Viele Bürger schneiden ihre Bäume und Hecken und werfen die Abfälle einfach auf die Straße. Die Gemeinde wird die Schnittabfälle jetzt einsammeln, obwohl es nicht ihre Aufgabe ist. In dem Artikel heißt es, die Bürger dürften diese Abfälle im Garten verbrennen, wenn sie sich eine Genehmigung dazu aus dem Gemeindehaus genommen haben. Ferner wird versucht, die Leute zum Anlegen eines Kompostplatzes zu bewegen. Dazu wird aufgezählt, was sich zum Kompostieren eignet und was nicht.

Wichtiger Auswärtssieg
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 14.04.2017
- C4 (Liga III – Serie IV) – 20. Spieltag
ACS Poli II - CS Millenium Giarmata  1:2 (1:1)
Torschützen: Ghighilicea (28) und Anagor (51) für Millenium sowie Lazăr (40) für Poli II
Aufstellung CS Millenium: Miklos jr.Soare, Maghici, Todorov, Florin OlariuArtimon,  Domșa (70, Nicoară) – Stoica (46, Pricop), Codrea, GhighiliceaAnagor (85, Mandachi).
Tabellenplatz: 12  CS Millenium Giarmata  20
Trainer Răzvan Leucă hat sich bei seiner Mannschaft bedankt, fehlten bei diesem Spiel doch fünf Stammspieler, während vier weitere erst zwei Tage vor dem Spiel zur Mannschaft gestoßen sind. Sie waren bei einem Studententurnier in Cluj / Klausenburg.
+ + + Der Abstand zum letzten Tabellenplatz beträgt trotzdem nur vier Punkte. + + +

Gemeinderatssitzung am 18. April 2017
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 14.04.2017
11 Tagesordnungspunkte sollen in dieser Sitzung abgearbeitet werden. Wie immer stehen einige Grundstücks- und Wohnungsprobleme zur Debatte. Aber auch ein „dringender Sozialfall“ soll mittels einer finanziellen Unterstützung gelöst werden. Beim letzten Punkt will man sich um Unterstützungsgelder „für alle in der Gemeinde vorhandenen und in Rumänien anerkannten Kultusgemeinschaften“ bemühen.
+ + + Vleicht fallt jo do forr die deitsch Kerch aah was ab. + + +

Sieg und Niederlage zu Hause
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 14.04.2017
- Liga V Timiș – Serie II – 20. Spieltag
Millenium II Giarmata – Ripensia II Timișoara  3:4
Unirea Cerneteaz  - Cornești  3:1
Tabelle: 5  Millenium II Giarmata  27
            8  Unirea Cerneteaz  23

Zweiter Sieg in Folge
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 21.04.2017
- C4 (Liga III – Serie IV) – 21. Spieltag
CS Millenium Giarmata – UTA Bătrâna Doamnă II  3-1 (3-0)   
Torschützen: Roberto Artimon (33), Domşa (41), Ghighilicea (43) für die Gastgeber und Cristian Costin (64) für die Arader
Aufstellung CS Millenium: Miklos jr.Soare, Todorov, Maghici, Florin OlariuArtimon (Min. 88, Mihai Olariu), Domşa, Codrea, Ghighilicea (Min. 83, Nicoară), Anagor (min. 78, Trifu), Pricop (Min. 70, Stoica).
Tabellenplatz: 10  CS Millenium Giarmata  23
+ + +150 Zuschauer haben das Spiel verfolgt. + + +

Gemeinderatssitzung am 27. April 2017
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 21.04.2017
Gemeinderatssitzung mit nur fünf Tagesordnungspunkten. Davon „Verschiedenes“ und „Anträge der Bürger“. Die drei verbliebenen Themen klingen konkreter: Vermietung, Verkauf und Budget.
+ + + Nichts Aufregendes. + + +

Der Bürgermeister im Interview
aus Telenova.ro, Timişoara / Temeswar 23. & 25.04.2017
Hier kann man sich einige aktuelle Interviews mit dem Giarmataer Bürgermeister ansehen: 1, 2, 3, 4, 5.
+ + + De Virgil Bunescu kann sich e Berufsschul in Giarmata vorstelle. Bei so vill neie Industriearwetsplätzer wär des net verkehrt. Es werd aah e Heiratshaus gebaut. Schad, dass ich schun verheirat sin. Am Strand soll e großes Festplatz hergericht werre. Dort soll aah die Kerweih abghall werre. Asso die Ruga. In dem neie Viertel hinner der Neigass soll die nei Schul gebaut werre. Ich kann mich noch gut erinnre, wie dort die Wingerter mit große Nuss- un Obstbääm ausgemach sin wor. Des ware forr uns kloone Buwe echte Tarsan-Zeide. Un noher hun mer uns mit Strohballe Kolibas gebaut. Sogar ganze Layrinte hun mer zammgstellt. Un heit entsteht dort e neies Viertel mit ooner Schul. Entwedder vergeht die Zeit zu schnell odder ich werr zu schnell alt. Vun unsrem Rumkrawwle uf de umgfallne Bääm hinner der Neigass bis heit sin doch eerscht 60 Johr vergang. + + +

Die Kleinsten auf Erfolgskurs
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 27.04.2017
Die Handballmädchen der Altersgruppe V (Jahrgänge 2006 & 2007) von  CS Leu Giarmata haben die Halbfinalphase der rumänischen Meisterschaft (es wird im Turniermodus gespielt) erreicht. Diese Teilnahme haben sie sich mit einem 3. Platz (von 10 Mannschaften) beim kürzlich ausgetragenen Turnier der Euroregion RO5 erkämpft.
+ + + Glückwunsch! + + +

Zahlungsrückstände
aus TimișPlus.ro, Timişoara / Temeswar; 27.04.2017
In einem Artikel über Millenium Giarmata heißt es, dass der Verein Zahlungsrückstände habe und Trainer Răzvan Leucă sogar einige Trainingseinheiten ausfallen ließ, weil er mit der Leistung seiner Spieler nicht einverstanden ist. Die Jungs setzen die im Training eingeübten Spielzüge in den Spielen nicht um, beklagt der Trainer.
+ + + Komisch ist bei dieser Geschichte, dass die Resultate der letzten Spiele besser sind als vor diesen Problemen. + ++

Erneute Niederlage
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 28.04.2017
- C4 (Liga III – Serie IV) – 22. Spieltag
Pandurii II - CS Millenium Giarmata  3-1 (2-1)   
Torschützen: Bogdan Dănăricu (6, 72), Daniel Mărgărit (24), und Miodrag Todorov (36) für die Giarmataer
Aufstellung CS Millenium: MiklosSoare, Maghici (73, Ciobănică), Artimon, TodorovDomșa, CodreaPricop (Stoica), Ghighilicea, Nicoară (77, Mihai Olariu), Anagor (85, Mandachi)
Tabellenplatz: 10  CS Millenium Giarmata  23
+ + + Vielleicht hat diese Niederlage auch etwas mit den stockenden Lohnfortzahlungen zu tun. + + +

 Ein Fußball spielender Vizebürgermeister
aus FOAIA de GIARMATA, Timişoara / Temeswar; April 2017
Claudiu Mihălceanu
Foto: Foaia de Giarmata

Claudiu Mihălceanu
ist Vizebürgermeister in Giarmata und Fußballer von Millenium Giarmata. Er spielt also in der dritten Liga. Fußballerisch. Politisch spielt er erfolgreich auch in der dritten Liga: in der Kommunalpolitik – nach Landes- und Kreispolitik. In einem Interview zeigt er sich stolz, dass seine Großeltern als dritte rumänische Familie in Giarmata heimisch wurde. Das war im Jahre 1947. „Sie waren Deportierte aus der Bukowina, aus Czernowitz.“
Man spricht und schreibt weiter fleißig vom großen Gemeindeprojekt Parcul Eugenia de Savoya – Prinz-Eugen von Savoyen-Park. Darunter versteht man „einen Kinderspielplatz, einen Festplatz, eine Skateboardbahn, Fitnessgeräte, einen Basketballplatz, ein schwäbisches Museum und zur Freude der Kleinsten eine kleine Eisenbahn“.
Der Autozulieferer Litens Automotive Group hat Produktionsstätten in Kanada, den USA, in Brasilien, England, Frankreich, Deutschland, Italien, China, Indien und Japan … und ab Herbst diesen Jahres auch in Giarmata. Ungefähr 250 Arbeitsplätze sollen entstehen. Die Firma ist spezialisiert in der Entwicklung und Produktion von Übersetzungskomponenten.
+ + + Als ehemaliger Mitarweter in der mechanisch Abteilung vun Audi wär des forr mich doch die Meeglichkeit, nomol dorchzustarte. Schau merr mol, was mei bessri Hälft do derzu saat. Ich moon, Rente in Deitschland un Lohn in Rumänien, do misst ich doch mei zwatti Million zammkrien. Iwer die eerscht (Million) hun ich mich geärjert un se einfach leije geloss. Awwer jetz …+ + +

Mittwoch, 19. April 2017

Noch keine Spur von Feststimmung

Nach der Buchmesse ist vor der Buchmesse. Heuer war Litauen das Schwerpunktland auf der Leipziger Buchmesse, vom 23. bis 26. März, wo sich wieder eine nur schwer überschaubare Zahl von Autoren und Lesern oder nur Zuhörern zum größten Lesefest der Welt trafen. 2018 soll Rumänien das Schwerpunktland dieses Festes der Literatur sein. Es wird für die rumänischen Literaten schwer sein, sich in den verbliebenen 12 Monaten in Feststimmung zu bringen, denn sie sind zerstritten wie nie zuvor.

Seit gut zwei Jahren schwelt ein offener Konflikt zwischen dem Rumänischen Schriftstellerverband (USR) und einer Gruppe abtrünniger, meist einer jüngeren Generation angehörender Schriftsteller. Der Konflikt beschäftigt seit geraumer Zeit die Gerichte und sorgt für erhebliche Unruhe in der rumänischen Literaturszene. Obwohl die Gruppe um Dan Mircea Cipariu, Cristian Teodorescu und Florin Iaru ihre angezettelten Prozesse in verschiedenen Instanzen verloren hat und auch ein Versuch, einen neuen Schriftstellerverband zu gründen, gescheitert ist (die Kläger interpretieren die Gerichtsurteile natürlich ganz anders), gibt es immer wieder Literaturschaffende, die den USR verlassen und über die Medien besonders Nicolae Manolescu, Vorsitzender des Schriftstellerverbandes und so etwas wie ein Marcel Reich-Ranicki der rumänischen Literatur, und seine Führungscrew angreifen.

Diese alte Garde greift wiederum zu ungemütlichen Entscheidungen, um ihre Macht zu konservieren. Im Januar wurden sechs Mitglieder aus dem Verband ausgeschlossen, weil sie mit den Aufmüpfigen öffentlich sympathisiert und an der aus Sicht des Verbandes illegalen Wahl teilgenommen haben. Es gibt in Rumänien keine andere professionelle Autorenvereinigung. Und der USR, laut Nicolae Manolescu eine der „ältesten und größten“ Autorenvereinigungen der Welt mit zurzeit 2600 Mitglieder, hat den Kommunismus überdauert, was Kritiker immer wieder zum Vorwurf des beibehaltenen „Stalinismus“ in den Statuten und Entscheidungen bewegt.

In der Zeitschrift ROMÂNIA LITERARĂ Nr. 4-5/2017 beklagt der 77-jährige Literaturkritiker Manolescu den Austritt mehrerer jüngerer Kritiker aus dem Verband. In einem eher konziliant klingenden Editorial ruft er die Ausgetretenen zurück und erinnert sie daran, dass die rumänische Literatur heuer den Großmeister der rumänischen Literaturkritik, Titu Liviu Maiorescu (1840 – 1917), feiern wird: „Möge uns das Maiorescu-Jahr wenn schon keine besseren Gefühle, wenigstens ein gemeinsames Interesse für die Zukunft unserer Literatur bringen.“

Ob das möglich sein wird und ein eventuell doch noch einsetzendes Hoch- und Friedensgefühl auch bis in den März nächsten Jahres anhalten kann, steht in den Sternen, ja es ist eher unwahrscheinlich.

Anton Potche